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Kanonenfutter gesucht!
 
 
Kriegsstimmung unter Friedensfreunden

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Lied wider der Wehrpflicht

Mustert euch selbst!
 


"Widerstand, Widerstand sei ein Frondeur. Respekt vor Soldaten keine Wehrpflicht mehr!"

 

 
 

[Vers 1]
Der Staat sagt er sei für uns da,
Der Ruf nach Wehrpflicht erhält ein ja.
Zahlen und Fakten wider der Pflicht,
All die toten Beddes vergessen wir nicht.

Zwei Divisionen im Frieden tot,
Rechte Kasernen wieder groß.
Kriege ein Erbe aus Blut,
Die Totenzahl wächst im Meer aus Wut.

[Chorus]
Wehrdienst macht kalt unfreundlich und leer,
Das Blut in den Adern alt und schwer.
Jugend gedrillt für'n irren Traum,
Wie Väter und Großväter im falschen Raum.

Widerstand sei ein Frondeur,
Respekt vor Soldaten keine Wehrpflicht mehr.
Keine dumme Manneszucht,
Freiheit fordern mit voller Wucht.

[Bridge]
Freiheit leben das ist unser Ziel,
Kampf um das Leben dies ist kein Spiel.
Nimmer schweigen kein Weg zurück,
Wir brechen die Ketten für den wahren Blick.

[Vers 2]
Epigenetik Kriegstrauma tief,
In Venen fließt und nicht versiegt.
Jugend missbraucht auf Linie gebracht,
Der Kampf beginnt in der Nacht.

Propaganda verschleiert das Bild,
Widerstand wächst wir werden wild.
Gegen den Strom gegen das System,
Freiheit erkämpfen wie wir sie sehn.

[Outro]
Freiheit fordern Freiheit leben,
Mut und Kraft für unser Streben.
Widerstand bis der letzte Depp fällt,
Freiheit lebt in uns die Wahrheit zählt.

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Widerlich - BAP

Wer nur Hass sät, der weiß, dass Gewalt daraus entsteht.
Wer auf Neid setzt, der weiß, wie der Pöbel mit Fremdem umgeht
In einem Ellenbogen-Land, wo man Sündenböcke schon mal verbrannt.
Hey, spart euch die Kränze, ihr könnt mich nicht blenden!
Die Betroffenheitsphrasen sind zynisch, so falsch
Wie Krokodilstränen.

Ihr seid widerlich, nicht mehr zu ertragen,
Ihr seid penetrant, wahre Asoziale,
Ihr seid ignorant.
Was kann man von euch schon erwarten?
Karrieregeil seid ihr Versager, sonst nix.
Ihr seid widerlich!

Während ihr ohne Skrupel Grundrechte verkrüppelt, zersägt
Und in Talkshows auf „dufte“ macht, damit das nur nicht auffällt,
Freut ihr euch, wenn unsereins schön brav den Pausenclown macht,
Dass die Welt nur nicht denkt, es könnte noch mal passieren.
Tut mir Leid, keinen Schlag mehr, solange Schleimer wie ihr
Das Land hier regieren.
 
Ihr seid widerlich, nicht mehr zu ertragen,
Ihr seid penetrant, wahre Asoziale,
Ihr seid ignorant.
Was kann man von euch schon erwarten?
Karrieregeil seid ihr Versager, sonst nix.
Ihr seid widerlich!

Wie könnt ihr euch selbst im Spiegel ertragen?
Wenn ihr in Unschuld die Hände wascht, in Kameras strahlt,
Liegt euch dann nichts im Magen?
Ihr seid widerlich, nicht mehr zu ertragen,
Ihr seid penetrant, wahre Asoziale,
Ihr seid ignorant.
Was kann man von euch schon erwarten?
Karrieregeil seid ihr Versager, sonst nix.
Ihr seid widerlich!
  

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Nein, meine Söhne geb’ ich nicht - Reinhard Mey
 
Ich denk, ich schreib euch besser schon beizeiten
Und sag euch heute schon endgültig ab
Ihr braucht nicht lange Listen auszubreiten
Um zu sehen, dass ich auch zwei Söhne hab!

Ich lieb die beiden, das will ich euch sagen
Mehr als mein Leben, als mein Augenlicht
Und die, die werden keine Waffen tragen
Nein, meine Söhne geb' ich nicht
Nein, meine Söhne geb' ich nicht

Ich habe sie die Achtung vor dem Leben
Vor jeder Kreatur als höchsten Wert
Ich habe sie Erbarmen und Vergeben
Und, wo immer es ging, lieben gelehrt!

Nun werdet ihr sie nicht mit Hass verderben
Keine Ziele und keine Ehre, keine Pflicht
Sind's wert, dafür zu töten und zu sterben
Nein, meine Söhne geb' ich nicht
Nein, meine Söhne geb' ich nicht

Ganz sicher nicht für euch hat ihre Mutter
Sie unter Schmerzen auf die Welt gebracht
Nicht für euch und nicht als Kanonenfutter
Nicht für euch hab ich manche Fiebernacht

Verzweifelt an dem kleinen Bett gestanden
Und kühlt ein kleines glühendes Gesicht
Bis wir in der Erschöpfung Ruhe fanden
Nein, meine Söhne geb' ich nicht
Nein, meine Söhne geb' ich nicht

Sie werden nicht in Reih und Glied marschieren
Nicht durchhalten, nicht kämpfen bis zuletzt
Auf einem gottverlass'nen Feld erfrieren
Während ihr euch in weiche Kissen setzt

Die Kinder schützen vor allen Gefahren
Ist doch meine verdammte Vaterpflicht
Und das heißt auch, sie vor euch zu bewahren
Nein, meine Söhne geb' ich nicht
Nein, meine Söhne geb' ich nicht

Ich werde sie den Ungehorsam lehren
Den Widerstand und die Unbeugsamkeit
Gegen jeden Befehl aufzubegehren
Und nicht zu buckeln vor der Obrigkeit

Ich werd sie lehr'n, den eig'nen Weg zu gehen
Vor keinem Popanz, keinem Weltgericht
Vor keinem als sich selber g'radzustehen
Nein, meine Söhne geb' ich nicht
Nein, meine Söhne geb' ich nicht

Und eher werde ich mit ihnen fliehen
Als dass ihr sie zu euren Knechten macht
Eher mit ihnen in die Fremde ziehen
In Armut und wie Diebe in der Nacht

Wir haben nur dies eine kurze Leben
Ich schwör's und sag's euch g'rade ins Gesicht:
"Sie werden es für euren Wahn nicht geben"
Nein, meine Söhne geb' ich nicht
Nein, meine Söhne geb' ich nicht

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Soldatengebet - Estéban Cortez


Ich liege hier im Graben unter Eichenlaub und spreche ein Gebet.
Mich und die Kameraden hat der letzte Sturm aus Richtung Westen rangeweht.
Im Morgengrau‘n rückten wir dann vor auf einen Feind, der nie der meine war.
Und die Geschütze bellten dazu wie im Chor als ich die ersten Männer fallen sah.

Links, zwo, drei, vier - es wird ‘ne große Tat,
zuerst stirbt die Wahrheit und dann die Vernunft und am Ende der Soldat.

„Wenn Du den Frieden willst, musst für den Krieg Dich rüsten“, wie oft schon hat man das gesagt.
Doch ein paar Arschlöcher mit ihren Machtgelüsten haben längst den ersten Schuss gewagt.
Unser Bataillon ist schon aufgerieben, nach Blut und Kotze stinkt der Wald.
Wie Ihr wär‘n wir lieber zu Haus geblieben, doch unser Grab ist feucht und kalt.

Links, zwo, drei, vier - es wird ‘ne große Tat,
zuerst stirbt die Wahrheit und dann die Vernunft und am Ende der Soldat.

Noch nie in meinem Leben war ich Pazifist, aber jetzt bin ich verdammt nah dran.
Weil der Krieg, den Ihr wolltet, gar nicht meiner ist, aber Ihr bereichert Euch daran.
Wie die Schachfigur schiebt Ihr uns hin und her, und alle hab‘n Hurra geschrien.
Und zu Hause bleiben wieder mal die Bäuche leer, denn nach Osten woll‘n wir zieh‘n

Links, zwo, drei, vier - es wird ‘ne große Tat,
zuerst stirbt die Wahrheit und dann die Vernunft und am Ende der Soldat.

Und so werde ich erneut den Angriff wagen, aber nicht nach Eurem Plan.
Heute Nacht werde ich mich in die Berge schlagen als Lieder-Partisan.
Meine Stimme soll nun meine Waffe sein - und Patronen habe ich genug.
Jeden Abend lade ich im Kerzenschein und lege an auf den Betrug.

Links, zwo, drei, vier - es wird ‘ne große Tat,
Zuerst starb die Wahrheit und dann die Vernunft, aber jetzt stirbt der Verrat.

Und wagt es ja nicht uns nochmal ins Feld zu schicken, wird die Heimat nicht bedroht.
Mit Euren Seilschaften könnt Ihr Euch gern selber ficken, aber ich bleib‘ Patriot.
Wenn Ihr meint, Ihr müsst Euch an den Lümmeln spiel‘n für Einfluss, Öl und Geld,
werdet Ihr sehen: Ich bin nur einer von ganz vielen, der nicht mehr zu Euch hält.

Links, zwo, drei, vier - es wird ‘ne große Tat,
Es lebe die Wahrheit und auch die Vernunft und es lebe der Soldat.

Schneller:
Links, zwo, drei, vier - es wird ‘ne große Tat,
Zuerst stirbt die Wahrheit und dann die Vernunft und am Ende der Soldat.
Links, zwo, drei, vier – Zeit für ‘ne Heldentat,
Es lebe die Wahrheit und auch die Vernunft und dann verreckt auch kein Soldat.

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Stimmen aus dem Massengrab - Erich Kästner

Für den Totensonntag. Anstatt einer Predigt.

Da liegen wir und gingen längst in Stücken.
Ihr kommt vorbei und denkt: sie schlafen fest.
Wir aber liegen schlaflos auf dem Rücken,
weil uns die Angst um Euch nicht schlafen lässt.

Wir haben Dreck im Mund. Wir müssen schweigen.
Und möchten schreien, bis das Grab zerbricht!
Und möchten schreiend aus den Gräbern steigen!
Wir haben Dreck im Mund. Ihr hört uns nicht.

Ihr hört nur auf das Plaudern der Pastoren,
wenn sie mit ihrem Chef vertraulich tun.
Ihr lieber Gott hat einen Krieg verloren
und lässt euch sagen: Lasst die Toten ruhn!

Ihr dürft die Angestellten Gottes loben.
Sie sprachen schön am Massengrab von Pflicht.
Wir lagen unten, und sie standen oben.
„Das Leben ist der Güter höchstes nicht.“

Da liegen wir, den toten Mund voll Dreck.
Und es kam anders, als wir sterbend dachten.
Wir starben. Doch wir starben ohne Zweck.
Ihr lasst Euch morgen, wie wir gestern, schlachten.

Vier Jahre Mord, und dann ein schön Geläute!
Ihr geht vorbei und denkt: sie schlafen fest.
Vier Jahre Mord, und ein paar Kränze heute.
Verlasst Euch nie auf Gott und seine Leute!
Verdammt, wenn ihr das je vergesst!

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Es ist an der Zeit - Konstantin Wecker, Reinhard Mey u. Hannes Wader

Weit in der Champagne im Mittsommergrün
Dort, wo zwischen Grabkreuzen Mohnblumen blühn
Da flüstern die Gräser und wiegen sich leicht im Wind
Der sanft über das Gräberfeld streicht

Auf deinem Kreuz finde ich "toter Soldat"
Deinen Namen nicht, nur Ziffern
Und jemand hat die Zahl 1916 gemalt
Und du warst nicht einmal neunzehn Jahre alt

Auch dich haben sie schon genauso belogen
So wie sie es mit uns heut immer noch tun
Und du hast ihnen alles gegeben
Deine Kraft, deine Jugend, dein Leben

Hast du, toter Soldat mal ein Mädchen geliebt?
Sicher nicht, denn nur dort, wo es Frieden gibt
Können Zärtlichkeit und Vertrauen gedeihn
Warst Soldat, um zu sterben nicht um jung zu sein


Vielleicht dachtest du dir: "Ich falle schon bald"
Nehme mir mein Vergnügen wie es kommt, mit Gewalt
Dazu warst du entschlossen, hast dich aber dann
Vor dir selber geschämt und es doch nie getan

Ja, auch dich haben sie schon genauso belogen
So wie sie es mit uns heut immer noch tun
Und du hast ihnen alles gegeben
Deine Kraft, deine Jugend, dein Leben

Soldat, gingst du gläubig und gern in den Tod?
Oder hast du, verzweifelt, verbittert, verroht
Deinen wirklichen Feind nicht erkannt bis zum Schluß?
Ich hoffe es traf dich ein sauberer Schuß

Oder hat ein Geschoß dir die Glieder zerfetzt?
Hast du nach deiner Mutter geschrien bis zuletzt?
Bist du auf deinen Beinstümpfen weitergerannt
Und dein Grab birgt es mehr als ein Bein, eine Hand?

Auch dich haben sie schon genauso belogen
So wie sie es mit uns heut immer noch tun
Und du hast ihnen alles gegeben
Deine Kraft, deine Jugend, dein Leben


Es blieb nur das Kreuz als einzige Spur
Von deinem Leben doch hör meinen Schwur
Für den Frieden zu kämpfen und wachsam zu sein
Fällt die Menschheit noch einmal auf Lügen herein

Dann kann es geschehen, daß bald niemand mehr lebt
Niemand, der die Milliarden von Toten begräbt
Doch längst finden sich mehr und mehr Menschen bereit
Diesen Krieg zu verhindern, es ist an der Zeit

Ja, auch dich haben sie schon genauso belogen
So wie sie es mit uns heut immer noch tun
Und du hast ihnen alles gegeben
Deine Kraft, deine Jugend, dein Leben

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BAP - Drei Wünsche frei

Wie oft kneife ich mich in den Arm,
wie oft packe ich mir an den Kopf,
weil neuerdings gehen Sachen ab,
da käme im Traum ich nicht mal drauf.
So wie ich mir letztens ein Dose Bier aufmache,
doch heraus kommt bloß eine Fee,
die säuselt: "Danke, großer Meister,
du hast drei Wünsche bei mir frei."
Ich sage: "Herrlich, Fräulein,
kann ich wohl eine Spur Bedenkzeit haben?",
und sie sagt: "Logisch, nur die Ruhe,
ich mache das Radio solange an".
Da läuft gerade Werbung
und der Sprecher stöhnt,
als ginge ihm einer ab:
Das Columbusei des Tages
wäre der "so und so" Hustensaft.

Ein anderer Sender - schnell - egal was,
doch wie jede Nacht um Zwölf,
läuft überall der Chor,
der etwas von "Einigkeit und Freizeit" grölt.
"Die Schnulze kenne ich", sage ich
"das ist die Musik zur Geisterstunde",
mache aus und das Fernsehen an
und breche zusammen:
Zimmermann in bunt.
Der hält eine Rede, die strotzt vor Logik
und ich kotze vor Sympathie.
Es geht um Arbeitsplatzerhaltung in der Rüstungsindustrie.
Das zu einer Zeit, wo der Planet hier
längst an allen Ecken brennt
und alle sechs Sekunden ein Kind verhungert,
irgendwo auf der Welt.

Die rüsten weiter, als wäre gar nichts,
mit der Wahnsinnskonsequenz,
daß man Kriegsminister jetzt Verteidigungsminister nennt.
Das, obwohl wirklich klar sein dürfte:
Die Nachkriegszeit ist lang vorbei.
Das hier ist die Vorkriegszeit
- und zwar die vom Weltkrieg Nummer drei.
Glaubt wer tatsächlich an den Nonsens,
ist einer wirklich so borniert,
daß die Nummer mit dem Gleichgewicht im Ernstfall funktioniert?
Sind wir denn bloß eine Lemmingherde,
die man zum Abgrund dirigiert?
Es ist unfassbar,
wie freiwillig sich der Mensch selbst ausradiert.

Wo sind die Schlachten an der Marne?
Wo ist My Lai, Hiroshima,
die Bombernächte, Hamburg, London?
Was ist mit Beirut, Guernica?
Sind die Massaker alle verdrängt,
von Kalavrita bis Warschau?
Ich kenne von all dem zwar nur Bilder,
doch die kenne ich ganz genau.
Ach ja, die Fee vom Anfang - stimmt,
da war von drei Wünschen ja die Rede.
Auf zwei verzichte ich gerne,
wenn bloß der erste in Erfüllung geht.
Was ich mir gewünscht habe, wollt ihr wissen?!
Tut mir leid, das bleibt geheim,
weil der Verfassungsschutz
ist mittlerweile auch hier drin daheim.

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