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[Vers 1]
Der Staat sagt er sei für uns da,
Der Ruf nach Wehrpflicht erhält ein ja.
Zahlen und Fakten wider der Pflicht,
All die toten Beddes vergessen wir nicht.
Zwei Divisionen im Frieden tot,
Rechte Kasernen wieder groß.
Kriege ein Erbe aus Blut,
Die Totenzahl wächst im Meer aus Wut.
[Chorus]
Wehrdienst macht kalt unfreundlich und leer,
Das Blut in den Adern alt und schwer.
Jugend gedrillt für'n irren Traum,
Wie Väter und Großväter im falschen Raum.
Widerstand sei ein Frondeur,
Respekt vor Soldaten keine Wehrpflicht mehr.
Keine dumme Manneszucht,
Freiheit fordern mit voller Wucht.
[Bridge]
Freiheit leben das ist unser Ziel,
Kampf um das Leben dies ist kein Spiel.
Nimmer schweigen kein Weg zurück,
Wir brechen die Ketten für den wahren Blick.
[Vers 2]
Epigenetik Kriegstrauma tief,
In Venen fließt und nicht versiegt.
Jugend missbraucht auf Linie gebracht,
Der Kampf beginnt in der Nacht.
Propaganda verschleiert das Bild,
Widerstand wächst wir werden wild.
Gegen den Strom gegen das System,
Freiheit erkämpfen wie wir sie sehn.
[Outro]
Freiheit fordern Freiheit leben,
Mut und Kraft für unser Streben.
Widerstand bis der letzte Depp fällt,
Freiheit lebt in uns die Wahrheit zählt.
verweigern.info
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Widerlich - BAP
Wer nur Hass sät, der weiß, dass Gewalt daraus
entsteht. Wer auf Neid setzt, der weiß, wie der Pöbel mit Fremdem
umgeht In einem Ellenbogen-Land, wo man Sündenböcke schon mal
verbrannt. Hey, spart euch die Kränze, ihr könnt mich nicht blenden!
Die Betroffenheitsphrasen sind zynisch, so falsch Wie Krokodilstränen.
Ihr seid widerlich, nicht mehr zu ertragen, Ihr seid penetrant,
wahre Asoziale, Ihr seid ignorant. Was kann man von euch schon
erwarten? Karrieregeil seid ihr Versager, sonst nix. Ihr seid
widerlich!
Während ihr ohne Skrupel Grundrechte verkrüppelt,
zersägt Und in Talkshows auf „dufte“ macht, damit das nur nicht
auffällt, Freut ihr euch, wenn unsereins schön brav den Pausenclown
macht, Dass die Welt nur nicht denkt, es könnte noch mal passieren.
Tut mir Leid, keinen Schlag mehr, solange Schleimer wie ihr Das Land
hier regieren. Ihr seid widerlich, nicht mehr zu ertragen, Ihr seid
penetrant, wahre Asoziale, Ihr seid ignorant. Was kann man von euch
schon erwarten? Karrieregeil seid ihr Versager, sonst nix. Ihr seid
widerlich!
Wie könnt ihr euch selbst im Spiegel ertragen? Wenn
ihr in Unschuld die Hände wascht, in Kameras strahlt, Liegt euch dann
nichts im Magen? Ihr seid widerlich, nicht mehr zu ertragen, Ihr
seid penetrant, wahre Asoziale, Ihr seid ignorant. Was kann man von
euch schon erwarten? Karrieregeil seid ihr Versager, sonst nix. Ihr
seid widerlich!
verweigern.info
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Nein, meine Söhne geb’ ich nicht - Reinhard Mey
Ich denk, ich schreib euch besser schon beizeiten Und sag
euch heute schon endgültig ab Ihr braucht nicht lange Listen
auszubreiten Um zu sehen, dass ich auch zwei Söhne hab!
Ich lieb
die beiden, das will ich euch sagen Mehr als mein Leben, als mein
Augenlicht Und die, die werden keine Waffen tragen Nein, meine Söhne
geb' ich nicht Nein, meine Söhne geb' ich nicht
Ich habe sie die
Achtung vor dem Leben Vor jeder Kreatur als höchsten Wert Ich habe
sie Erbarmen und Vergeben Und, wo immer es ging, lieben gelehrt!
Nun werdet ihr sie nicht mit Hass verderben Keine Ziele und keine
Ehre, keine Pflicht Sind's wert, dafür zu töten und zu sterben Nein,
meine Söhne geb' ich nicht Nein, meine Söhne geb' ich nicht
Ganz sicher nicht für euch hat ihre Mutter Sie unter Schmerzen auf die
Welt gebracht Nicht für euch und nicht als Kanonenfutter Nicht für
euch hab ich manche Fiebernacht
Verzweifelt an dem kleinen Bett
gestanden Und kühlt ein kleines glühendes Gesicht Bis wir in der
Erschöpfung Ruhe fanden Nein, meine Söhne geb' ich nicht Nein, meine
Söhne geb' ich nicht
Sie werden nicht in Reih und Glied marschieren
Nicht durchhalten, nicht kämpfen bis zuletzt Auf einem gottverlass'nen
Feld erfrieren Während ihr euch in weiche Kissen setzt
Die
Kinder schützen vor allen Gefahren Ist doch meine verdammte
Vaterpflicht Und das heißt auch, sie vor euch zu bewahren Nein,
meine Söhne geb' ich nicht Nein, meine Söhne geb' ich nicht
Ich
werde sie den Ungehorsam lehren Den Widerstand und die Unbeugsamkeit
Gegen jeden Befehl aufzubegehren Und nicht zu buckeln vor der Obrigkeit
Ich werd sie lehr'n, den eig'nen Weg zu gehen Vor keinem
Popanz, keinem Weltgericht Vor keinem als sich selber g'radzustehen
Nein, meine Söhne geb' ich nicht Nein, meine Söhne geb' ich nicht
Und eher werde ich mit ihnen fliehen Als dass ihr sie zu euren
Knechten macht Eher mit ihnen in die Fremde ziehen In Armut und wie
Diebe in der Nacht
Wir haben nur dies eine kurze Leben Ich
schwör's und sag's euch g'rade ins Gesicht: "Sie werden es für euren
Wahn nicht geben" Nein, meine Söhne geb' ich nicht Nein, meine Söhne
geb' ich nicht
verweigern.info
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Soldatengebet - Estéban Cortez
Ich liege hier im Graben unter Eichenlaub und spreche ein Gebet.
Mich und die Kameraden hat der letzte Sturm aus Richtung Westen rangeweht.
Im Morgengrau‘n rückten wir dann vor auf einen Feind, der nie der meine
war. Und die Geschütze bellten dazu wie im Chor als ich die ersten
Männer fallen sah.
Links, zwo, drei, vier - es wird ‘ne große Tat,
zuerst stirbt die Wahrheit und dann die Vernunft und am Ende der Soldat.
„Wenn Du den Frieden willst, musst für den Krieg Dich rüsten“, wie oft
schon hat man das gesagt. Doch ein paar Arschlöcher mit ihren
Machtgelüsten haben längst den ersten Schuss gewagt. Unser Bataillon
ist schon aufgerieben, nach Blut und Kotze stinkt der Wald. Wie Ihr
wär‘n wir lieber zu Haus geblieben, doch unser Grab ist feucht und kalt.
Links, zwo, drei, vier - es wird ‘ne große Tat, zuerst stirbt die
Wahrheit und dann die Vernunft und am Ende der Soldat.
Noch nie in
meinem Leben war ich Pazifist, aber jetzt bin ich verdammt nah dran.
Weil der Krieg, den Ihr wolltet, gar nicht meiner ist, aber Ihr bereichert
Euch daran. Wie die Schachfigur schiebt Ihr uns hin und her, und alle
hab‘n Hurra geschrien. Und zu Hause bleiben wieder mal die Bäuche leer,
denn nach Osten woll‘n wir zieh‘n
Links, zwo, drei, vier - es wird
‘ne große Tat, zuerst stirbt die Wahrheit und dann die Vernunft und am
Ende der Soldat.
Und so werde ich erneut den Angriff wagen, aber
nicht nach Eurem Plan. Heute Nacht werde ich mich in die Berge schlagen
als Lieder-Partisan. Meine Stimme soll nun meine Waffe sein - und
Patronen habe ich genug. Jeden Abend lade ich im Kerzenschein und lege
an auf den Betrug.
Links, zwo, drei, vier - es wird ‘ne große Tat,
Zuerst starb die Wahrheit und dann die Vernunft, aber jetzt stirbt der
Verrat.
Und wagt es ja nicht uns nochmal ins Feld zu schicken, wird
die Heimat nicht bedroht. Mit Euren Seilschaften könnt Ihr Euch gern
selber ficken, aber ich bleib‘ Patriot. Wenn Ihr meint, Ihr müsst Euch
an den Lümmeln spiel‘n für Einfluss, Öl und Geld, werdet Ihr sehen: Ich
bin nur einer von ganz vielen, der nicht mehr zu Euch hält.
Links,
zwo, drei, vier - es wird ‘ne große Tat, Es lebe die Wahrheit und auch
die Vernunft und es lebe der Soldat.
Schneller: Links, zwo,
drei, vier - es wird ‘ne große Tat, Zuerst stirbt die Wahrheit und dann
die Vernunft und am Ende der Soldat. Links, zwo, drei, vier – Zeit für
‘ne Heldentat, Es lebe die Wahrheit und auch die Vernunft und dann
verreckt auch kein Soldat.
verweigern.info
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Stimmen aus dem Massengrab - Erich Kästner
Für den Totensonntag. Anstatt einer Predigt.
Da liegen wir und gingen längst in Stücken.
Ihr kommt vorbei und denkt: sie schlafen fest. Wir
aber liegen schlaflos auf dem Rücken, weil uns die
Angst um Euch nicht schlafen lässt.
Wir haben Dreck im Mund. Wir müssen schweigen.
Und möchten schreien, bis das Grab zerbricht! Und
möchten schreiend aus den Gräbern steigen! Wir
haben Dreck im Mund. Ihr hört uns nicht.
Ihr hört nur auf das Plaudern der Pastoren,
wenn sie mit ihrem Chef vertraulich tun. Ihr
lieber Gott hat einen Krieg verloren und lässt
euch sagen: Lasst die Toten ruhn!
Ihr dürft die Angestellten Gottes loben.
Sie sprachen schön am Massengrab von Pflicht. Wir
lagen unten, und sie standen oben. „Das Leben ist
der Güter höchstes nicht.“
Da liegen wir, den toten Mund voll Dreck.
Und es kam anders, als wir sterbend dachten. Wir
starben. Doch wir starben ohne Zweck. Ihr lasst
Euch morgen, wie wir gestern, schlachten.
Vier Jahre Mord, und dann ein schön Geläute!
Ihr geht vorbei und denkt: sie schlafen fest. Vier
Jahre Mord, und ein paar Kränze heute. Verlasst
Euch nie auf Gott und seine Leute! Verdammt, wenn
ihr das je vergesst!
verweigern.info
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Es
ist an der Zeit - Konstantin Wecker, Reinhard Mey u. Hannes Wader
Weit in der Champagne im Mittsommergrün Dort, wo zwischen
Grabkreuzen Mohnblumen blühn Da flüstern die Gräser und wiegen sich
leicht im Wind Der sanft über das Gräberfeld streicht
Auf deinem
Kreuz finde ich "toter Soldat" Deinen Namen nicht, nur Ziffern Und
jemand hat die Zahl 1916 gemalt Und du warst nicht einmal neunzehn
Jahre alt
Auch dich haben sie schon genauso belogen So wie sie
es mit uns heut immer noch tun Und du hast ihnen alles gegeben Deine
Kraft, deine Jugend, dein Leben
Hast du, toter Soldat mal ein
Mädchen geliebt? Sicher nicht, denn nur dort, wo es Frieden gibt
Können Zärtlichkeit und Vertrauen gedeihn Warst Soldat, um zu sterben
nicht um jung zu sein
Vielleicht dachtest du dir: "Ich falle
schon bald" Nehme mir mein Vergnügen wie es kommt, mit Gewalt Dazu
warst du entschlossen, hast dich aber dann Vor dir selber geschämt und
es doch nie getan
Ja, auch dich haben sie schon genauso belogen
So wie sie es mit uns heut immer noch tun Und du hast ihnen alles
gegeben Deine Kraft, deine Jugend, dein Leben
Soldat, gingst du
gläubig und gern in den Tod? Oder hast du, verzweifelt, verbittert,
verroht Deinen wirklichen Feind nicht erkannt bis zum Schluß? Ich
hoffe es traf dich ein sauberer Schuß
Oder hat ein Geschoß dir die
Glieder zerfetzt? Hast du nach deiner Mutter geschrien bis zuletzt?
Bist du auf deinen Beinstümpfen weitergerannt Und dein Grab birgt es
mehr als ein Bein, eine Hand?
Auch dich haben sie schon genauso
belogen So wie sie es mit uns heut immer noch tun Und du hast ihnen
alles gegeben Deine Kraft, deine Jugend, dein Leben
Es blieb
nur das Kreuz als einzige Spur Von deinem Leben doch hör meinen Schwur
Für den Frieden zu kämpfen und wachsam zu sein Fällt die Menschheit
noch einmal auf Lügen herein
Dann kann es geschehen, daß bald
niemand mehr lebt Niemand, der die Milliarden von Toten begräbt Doch
längst finden sich mehr und mehr Menschen bereit Diesen Krieg zu
verhindern, es ist an der Zeit
Ja, auch dich haben sie schon
genauso belogen So wie sie es mit uns heut immer noch tun Und du
hast ihnen alles gegeben Deine Kraft, deine Jugend, dein Leben
verweigern.info
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BAP
- Drei Wünsche frei
Wie oft kneife ich mich in den Arm,
wie oft packe ich mir an den Kopf, weil neuerdings gehen Sachen ab,
da käme im Traum ich nicht mal drauf. So wie ich mir letztens ein Dose
Bier aufmache, doch heraus kommt bloß eine Fee, die säuselt: "Danke,
großer Meister, du hast drei Wünsche bei mir frei." Ich sage:
"Herrlich, Fräulein, kann ich wohl eine Spur Bedenkzeit haben?", und
sie sagt: "Logisch, nur die Ruhe, ich mache das Radio solange an".
Da läuft gerade Werbung und der Sprecher stöhnt, als ginge ihm einer
ab: Das Columbusei des Tages wäre der "so und so" Hustensaft.
Ein anderer Sender - schnell - egal was, doch wie jede Nacht um
Zwölf, läuft überall der Chor, der etwas von "Einigkeit und
Freizeit" grölt. "Die Schnulze kenne ich", sage ich "das ist die
Musik zur Geisterstunde", mache aus und das Fernsehen an und breche
zusammen: Zimmermann in bunt. Der hält eine Rede, die strotzt vor
Logik und ich kotze vor Sympathie. Es geht um Arbeitsplatzerhaltung
in der Rüstungsindustrie. Das zu einer Zeit, wo der Planet hier
längst an allen Ecken brennt und alle sechs Sekunden ein Kind
verhungert, irgendwo auf der Welt.
Die rüsten weiter, als wäre
gar nichts, mit der Wahnsinnskonsequenz, daß man Kriegsminister
jetzt Verteidigungsminister nennt. Das, obwohl wirklich klar sein
dürfte: Die Nachkriegszeit ist lang vorbei. Das hier ist die
Vorkriegszeit - und zwar die vom Weltkrieg Nummer drei. Glaubt wer
tatsächlich an den Nonsens, ist einer wirklich so borniert, daß die
Nummer mit dem Gleichgewicht im Ernstfall funktioniert? Sind wir denn
bloß eine Lemmingherde, die man zum Abgrund dirigiert? Es ist
unfassbar, wie freiwillig sich der Mensch selbst ausradiert.
Wo
sind die Schlachten an der Marne? Wo ist My Lai, Hiroshima, die
Bombernächte, Hamburg, London? Was ist mit Beirut, Guernica? Sind
die Massaker alle verdrängt, von Kalavrita bis Warschau? Ich kenne
von all dem zwar nur Bilder, doch die kenne ich ganz genau. Ach ja,
die Fee vom Anfang - stimmt, da war von drei Wünschen ja die Rede.
Auf zwei verzichte ich gerne, wenn bloß der erste in Erfüllung geht.
Was ich mir gewünscht habe, wollt ihr wissen?! Tut mir leid, das bleibt
geheim, weil der Verfassungsschutz ist mittlerweile auch hier drin
daheim.
verweigern.info
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